Montag, 13. Mai 2013

Einmal geht's noch..


Ich möchte Radiomoderator werden....

Das ist und war mein Traum seit der dritten Klasse Volksschule. Mit viel Einsatz, Energie, Leidenschaft und Spaß an der Arbeit habe ich dieses Ziel erreicht. Und heute ist der Abend vor meiner letzten Show. Das letzte Mal Wien aufwecken. Vorerst geht für mich das rote Licht aus. Auf eigenen Wunsch wechsle ich in den sogenannten Hintergrund, den gestalterischen Bereich. Eine Aufgabe, auf die ich mich irrsinnig freue.

Aber trotzdem. Moderieren.... Das ist nicht bloß ein Job. Es ist Leidenschaft, es ist Berufung, eine Mission und das geilste das du tun darfst um deinen Lebensunterhalt zu verdienen. Es gehört zu dir, ist ein Teil von dir. Ich werde es sehr vermissen, auch wenn es nicht endgültig ist.

Besonders in der Frühsendung, der viel zitierten Königsklasse im Radio, habe ich viele schöne aber auch harte Stunden erlebt. Ich habe tagtäglich Menschen in den Tag begleitet. War ihr erster Ansprechpartner. Hab sie (hoffentlich) zum Lachen gebracht, sie informiert und bin ihnen auf die Nerven gegangen. Ich habe sie zum Einschalten und viele sicher auch zum Abschalten gebracht. Aber das gehört dazu, jedem kannst du es nicht recht machen.

Und im Studio: Meine KollegInnen sind wegen meinem Hang zur Perfektion gefordert worden. Sie sind oft froh gewesen mich das Wochenende über nicht sehen zu müssen, Abstand zu haben. Denn es ist ein harter Job, der jedem alles abverlangt und bei dem sehr viele Emotionen im Spiel sind. Aber es ist eben das geilste, das du meiner Meinung nach machen darfst um Geld zu verdienen.

Ich habe mich über jedes positive Hörer-Feedback gefreut und habe mir über jedes negative Gedanken gemacht. Jedes Wort auf Sendung habe ich genossen. Natürlich einmal mehr, einmal weniger. Ich bin ja auch nur ein Mensch, der auch schlechte Tage hat. Obwohl das der Hörer nicht bemerken sollte.

Also dann. Heute noch ein letztes Mal den Wecker auf 3.12 Uhr stellen. Ein letztes Mal das Mikro um 5 Uhr anmachen und versuchen meine gute Laune (die wirklich nicht gespielt war) auf meine Hörer zu übertragen. Sie anzustecken, sie beim Start in den Tag zu unterstützen.

DANKE an jeden, auf dessen Beifahrersitz im Auto ich Platz nehmen durfte. Bei dem ich mit am Frühstückstisch gesessen bin, der meine Stimme mit in sein Schlafzimmer, die Dusche und sogar mit aufs Klo genommen hat :-)...

Ein neuer Lebensabschnitt beginnt.. Und damit endet auch dieser Blog, den ich ja mit einer unglaublichen Konstanz betrieben habe (Achtung Sarkasmus!). ;-))

Wir hören uns morgen. Vorerst ein letztes Mal..

Samstag, 19. Januar 2013

"Ich hab dich zuerst nicht ausgehalten.."

Seit knapp drei Monaten bin ich mit meiner neuen Sendung in Wien jetzt "on air". Aller Anfang ist schwer, diese Floskel darf ich hier durchaus bemühen.
Es ist ein komplett neues Team, das sich erst einarbeiten muss. Wir lernen uns gerade kennen, versuchen herauszufinden wie der andere arbeitet. Ich versuche die Mentalität meiner Hörer kennenzulernen. Was interessiert sie, worüber wollen sie sprechen, was wollen sie im Radio hören?

Sie werden sagen, naja aber der macht das ja schon länger und es ist ja die gleiche Sendezeit wie in Kärnten. Stimmt, aber die Hörer ticken dennoch anders. Ich bin jetzt in einer Großstadt und habe schon bemerkt, dass die Bedürfnisse andere sind als in Kärnten. Auch die Ansprache hat sich verändert. Meine Hörer sind jetzt etwas älter als in Kärnten. Das macht wirklich einen großen Unterschied aus.

Aber das wichtigste, es macht großen Spaß. Jeden Tag aufs neue ins Studio stehen und die Herausforderung annehmen sein Allerbestes zu geben. Und das ist hier bitternötig, denn die Konkurrenz ist groß.

Ein Hörerfeedback von dieser Woche am Telefon: "Am Anfang hab ich dich nicht hören können, hab es nicht ausgehalten. Jetzt gefällst du mir..".
Hier zeigt sich der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Besonders in der Früh. Du bist an eine Stimme, an einen Menschen gewöhnt und plötzlich ist da ein anderer. Es muss erst einmal ein Vertrauensverhältnis aufgebaut werden. Immerhin nimmt mich mein Hörer mit ins Bad zum Duschen und eventuell sogar mit aufs stille Örtchen, das dann eben nicht mehr still ist. Aber egal :-). Überlegen Sie mal wie lange es dauert bis sie ihrem Partner gestatten zu ihnen ins Badezimmer zu kommen, während sie duschen.. Also das ist schon eine sehr intime Angelegenheit. Und dessen bin ich mir auch bewusst. Jeden Tag, bei jeder Moderation. Einmal gelingt es besser, einmal weniger..

Und außerdem kannst du es als Radiomoderator nie jedem recht machen. Es gibt Menschen, die hören den Sender wegen dir und es gibt Menschen, die schalten wegen dir das Radio aus. Das gehört zum Job dazu und auch das muss dir immer klar sein.

Aber, ja ich weiß ich wiederhole mich, es ist der geilste Job der Welt. Samstagnachmittag und ich freu mich schon jetzt wieder auf Montagfrüh 3.12 Uhr. Da läutet mein Wecker und um 5 Uhr heißt es "Guten Morgen Wien.."


Dienstag, 9. Oktober 2012

Vienna Calling

Neue Stadt, neuer Sender, neue Herausforderung und neuer Versuch meinen Blog regelmäßig zu schreiben. Ich gebe mein Bestes, versprochen.


Ich bin gerade in der Eingewöhnungs- und Einarbeitungsphase. Viel Theorie, weniger Praxis. Läuft soweit alles gut. Aber die Arbeitszeiten sind etwas gewöhnungsbedürftig, für mich zumindest. Derzeit beginne ich so um 8 Uhr. Das heißt Tagwache zwischen 6.30 und 7 Uhr. Das macht mir mehr zu schaffen, als das Aufstehen um 3 Uhr. Vielleicht bin ich nicht normal. Ich freu mich jedenfalls schon wieder drauf, wenn der Wecker um 3 Uhr abgeht.



In der Zwischenzeit versuche ich herauszufinden wie und wer meine neuen Hörer sind, die Stadt und die Umgebung kennenzulernen und mein ehrgeiziges Ziel: Wenigstens einmal sofort den richtigen Ausgang bei der U-Bahnstation zu finden :-).



In diesem Sinne.


Montag, 7. November 2011

Diese Krise ist gewaltig

Mit diesem Satz hat heute mein Live- Studiogast das Interview zur EURO- Krise begonnen. Kein Schönreden, kein drumherum Drücken, einfach brutal auf den Punkt gebracht.


Investieren (wenn möglich) in Realitäten und das Geld ausgeben. Denn sollte wirklich der große Crash kommen, was sollst du verlieren, wenn du eh nichts hast. Klingt schlüssig.
Ich werde dennoch nicht von heute an zum großen Geldverschleuderer (nicht, dass ich so viel hätte), aber gedankenanregend war dieses Interview schon. Ich hab mir vorgenommen, mir jetzt öfters Kleinigkeiten zu gönnen. So Dinge bei denen du dir sonst denkst, "ach das muss nicht sein. Eigentlich brauche ich das ja gar nicht". Wer weiß, vielleicht bleibt uns ja nicht mehr allzu lange Zeit, das bisschen das wir haben auszugeben. Nicht, dass ich mir später einmal denke "hätte ich mir das damals doch geleistet.."

Mit diesem optimistischen Gedanken freue ich mich jetzt schon wieder auf die morgige Show :-)

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Wow..

Der letzte Post im März? Sieben Monate sind schon vergangen? Hm, also ich habe nicht verschlafen, mir wurde nicht das Internet abgedreht, habe nicht im Lotto gewonnen und mir gedacht "Pfiat euch", sondern... Ja, keine Ahnung, es gibt keine Erklärung.
Ich werde an dieser Stelle auch vorzugsweise keine Besserung geloben, denn wenn ich es dann wieder nicht einhalte..

Kommen wir zum Punkt. Morgenshow läuft super. Macht nach wie vor jeden Tag Spaß um 2.50 Uhr aufzustehen und Kärnten zu wecken. Allerdings habe ich (und meine Mutter, die mich freundlicherweise darauf hingeweisen hat) die ersten grauen Haare auf meinem Kopf entdeckt. Es sind nicht so viele wie bei Gandalf und sieht nicht so lässig aus wie bei George Clooney, deshalb *zupf/aua* und Danke an die Pinzette. Was wollte ich eigentlich sagen, ahja, das Aufstehen hinterlässt Spuren. Auch die Augenringe werden dunkler und halten sich hartnäckiger. Damit ist wieder einmal geklärt, warum ich beim Radio und nicht beim Fernsehen bin :-). Und außerdem macht es so viel Spaß, da muss dann halt die Schönheit leiden.

In diesem Sinne. Bis spätestens in sieben Monaten..

Sonntag, 27. März 2011

Ich bin allein, allein, allein..

Ja gut, der Titel ist aus einem Lied gestohlen, bringt aber meine letzte Woche sehr gut auf den Punkt. Zur üblichen Ausgangslage: Meine Morgenshow-Crew besteht mit mir aus vier Leuten. Ein Nachrichtenanchor, Sidekick-Moderator für Wetter, Sidekick-Moderator für Verkehr und Ich. Sidekick Nummer 1 ist die ganze Woche krank ausgefallen, Nachrichtenredakteur musste am Mittwoch w.o. geben und Sidekick 2 hatte am Freitag frei und ist jetzt krank.. Mich als Vitamin C- Junkie (keine Orange oder Erdbeere ist vor mir sicher) hat es nicht erwischt. Ich will aber nix verschreien. Früher (vor der Morgenshow als Nachmittagsmoderator) war ich es gewohnt meine Sendung komplett alleine zu machen, bis auf den Wetterredakteur der zweimal die Stunde vorkam. Besonders der letzte Freitag (da war ich ganz alleine) war aber wieder gewöhnungebedürftig. Normalerweise ist es so: Ich sage etwas und die anderen geben ihren Senf dazu oder umgekehrt. Es ist eine lockere Gesprächsrunde im Studio. Am Freitag hab ich was gesagt und warten müssen, ob ein Hörer was dazu sagen möchte als mein Co- Moderator. Da war ich quasi die Solo-Gesprächsrunde. Und, was mich freut, die Hörereinbindung ist auch passiert, sie war am Freitag enorm und so soll es auch sein. Ich habe mal von einem sehr erfahrenen und erfolgreichen Moderator folgenden Satz gelesen "Eine Show ohne Hörer, ist keine Show". Das unterschreibe ich sofort. Sehr amüsant war eine Dame, die mit mir "ein Huhn zu rupfen hatte". Einmal habe ich gesagt, es sei heute so angenehm ruhig im Studio, ohne Frauen.. Uiiiii... Hat keine 47 Sekunden gedauert, hat auch schon das Telefon geläutet. Den Zusammenhalt von Frauen sollte kein Mann unterschätzen.. "Was würdest du denn ohne Frauen machen", hat sie mich gefragt. "Ich würde verzweifeln", meine Antwort. Verzweifeln - gutes Stichwort. Dazu neigt man, wenn gewohntes anders kommt. Also, dass z.B. deine ganze Crew krankheitsbedingt w.o. geben muss. Aber da ist dann noch immer der, für den du das ganze eigentlich machst. Dein Hörer, der lässt dich nicht hängen. Und auf den baue ich auch morgen wieder. Für ihn stehe ich morgen gerne wieder auf. Auch eine Stunde früher wegen der, doch hinterfragenswerten, Zeitumstellung. Aber das ist eine andere Geschichte. Also dann. Schönen Sonntag. Wir hören uns morgen, wahrscheinlich etwas müder als gewohnt..

Montag, 14. März 2011

Umgang mit einer globalen Katastrophe

Erdbeben, Tsunami, Atomalarm. Viel schlimmer, als derzeit in Japan, kann es eigentlich gar nicht mehr kommen.

Ein Thema, das die ganze Welt bewegt und deshalb ein MUSS für die Morgenshow ist. Seit Freitag sind sämtliche Nachrichtenfernsehkanäle voll mit der Berichterstattung, Zeitungen, Internetseiten usw. Es ist eine globale Katastrophe. Wer Informationen darüber will, bekommt sie in Hülle und Fülle. Teilweise vielleicht sogar zu viel davon!? Womit wir auch schon beim Thema wären.

Dass diese schreckliche Katastrophe thematisiert werden muss steht außer Frage aber wie sehr und in welcher Art und Weise? Es gibt die Möglichkeit eine Sondersendung zu machen und in jedem Break darüber zu sprechen. Alle drei Minuten Informationen zu den jüngsten Entwicklungen. Oder ich ignoriere es im normalen Programm und beschränke das Thema auf die Nachrichten. Denn da ist es sowieso Pflicht.

Ich habe mich heute Früh für den goldenen Mittelweg entschieden. d.h. Zusätzlich zu den Nachrichten gab es pro Stunde einen großen Break zu dem Thema (mit Expertenstimmen, heimgekehrten Österreichern am Flughafen usw) und zwischendurch immer wieder kurze Stimmen. Facebook-Postings von Hörern (dieses Thema bewegt und jeder hat irgendeine Meinung dazu) bzw. kurze Hinweise auf Nachrichten. Auf sonstige extrem lustige Themen habe ich verzichtet (die waren sowieso nicht vorhanden) und auch meinen Sendeslogan "best gelaunte Morgenshow" habe ich weggelassen.

Natürlich wird nach der Sendung verglichen, wie haben es die anderen gemacht und wie sind wir mit dem Thema umgesprungen. Und da kann ich nur sagen ich bin froh, dass wir unseren Weg gewählt haben. Informieren, das Thema emotionalisieren aber an einem Montagmorgen keine Weltuntergangsstimmung verbreiten. So furchtbar das klingen mag, aber alle Kärntner haben heute dennoch ganz normal zur Arbeit müssen. Auf unseren Alltag hat das ganze noch (hoffentlich bleibt es auch so) keinen Einfluss.

Über den Umgang mit solchen Ereignissen kann man lange diskutieren und ich bin mir sicher, einen grünen Zweig wirst du nicht finden. Beschwerden über unsere Vorgehensweise gab es jedenfalls keine.

Das Thema wird uns natürlich noch lange begleiten, hoffentlich kommen aber bald Entwarnungen aus Japan..